Bergwanderung durch das Reintal mit Hund

ReintalangerhütteDer Anblick ist schon gigantisch, es ist beeindruckend wie dieses Haus jeder Witterung trotzt

Der höchste Berg in Deutschland

Die Zugspitze möchte mit großer Wahrscheinlichkeit jeder Wanderer oder Bergsteiger eigenen Fußes einmal selbst besteigen. Der höchste Berg Deutschlands mit seinen 2962m ist schon sehr beeindruckend. Nun gibt es 3 Wege welche man nutzen kann und einen wahrscheinlich schönsten. Die Bergwanderung durch das Reintal, war der erste Weg, welchen man nutzte um die Zugspitze zu besteigen.

Die Vorbereitung

Nachdem ich bereits 3 mal über das Höllental aufgestiegen bin, reizt mich schon seit vielen Jahren der Weg durch das Reintal. Gleichzeitig ist dieser mit seinen ca. 20 km der längste. Da Gaia meine West Highland White Terrier Hündin seit 2 Jahren Gaia mein ständiger Begleiter ist, war es auch wichtig, die Tour möglichst gut zu planen, das wir nach Möglichkeit alle Unfallfrei zwischen Garmisch und Zugspitze laufen. Begleitet hat mich zusätzlich meine gute Freundin Michaela.

Start der Wanderung

Am Morgen angekommen, kann es los gehen

Equipment

Hund: Geschirr mit 2 Ösen, 2 Meter langes Seil oder Leine, Erste Hilfe Set      , Decke für Übernachtung, Mindestens 2 Liter Wasser, Futter 
       für die Dauer der Tour
Mensch: Klettergurt, Klettersteigset, Kletterhelm, Rucksack, Knöchelhohe 
        Wanderschuhe, Wetterfeste Bekleidung,Stirnlampe, Hüttenschlafsack,        Waschutensilien, Verpflegung

Tiefe Schluchten in der Partnachklamm

Am Freitag morgen, haben wir uns vom Ski Stadion in Garmisch-Partenkirchen aufgemacht. Der Weg führte über die Partnachklamm, diese ist sehr beeindruckend, sie wird touristisch genutzt und so hat man die Möglichkeit reißende Fluten zu beobachten, welche sich auf 700 Metern durch teilweise 80 Meter tief fallende Klamm stürzen.

Partnachklamm

Die Partnach bahnt sich Ihren Weg durch die Felsen

Wir waren sehr beeindruckt, da der Weg durch mehrere Höhlen führte. Gut 45 Minuten haben wir benötigt um das Ende der Klamm zu erreichen. Danach wurden die Ströme der Touristen weniger und wir konnten endlich in die Einsamkeit der Natur eintauchen. Ab und an sind wir Wanderern begegnet, welche von der Zugspitze kamen. Immer der Partnach entlang hatten wir durchgehend gutes Wetter. Gaia nutzte jede Möglichkeit um die Pfoten in das kalte Wasser zu stecken.

Durch den Wald nach oben

Zugegeben war der Weg das Ziel, 12 Km können sich ziehen, besonders weil kaum Höhenmeter zurück gelegt wurden. Auf eine Art war dies immer wieder deprimierend, weil wir den hohen Berg permanent vor Augen hatten. Gaia ließ sich nicht beeindrucken und rannte Schwanzwedelnd voran, sie hatte sichtlich Spaß.

Bergmassiv

Ein Anblick schöner als der andere, auf dem Weg zur Zugspitze

Der Weg nahm uns irgendwann aufs Korn und zwar vor einer Abzweigung. Hier hatten wir die Möglichkeit dem Hauptweg weiter nach rechts zu folgen, oder gerade aus weiter an der Partnach entlang. Nachdem der sonst gut beschilderte Weg keine Auskunft gab, blieben wir weiter an der Partnach. Kurze Zeit später endete der Weg, wir waren ratlos. Dann sahen wir einen Pfad durch den Wald nach oben, vor uns ist dies wohl auch anderen Wanderern passiert.

Die Bockhütte

Davon ließen wir uns nicht entmutigen und nahmen den kleinen Pfad, es rief förmlich nach Abenteuer. Gaia lief voran durchs Gebüsch, die Nase stets auf dem Boden. Tatsächlich führte der Weg über Stock und Stein, wir hatten alle sichtlich Spaß. Rund 300 Meter weiter stießen wir dann wieder auf unseren Hauptweg. In der Sonne war es angenehm warm, die Sonne verwöhnte uns förmlich. Dagegen ließ uns der Schatten regelrecht frieren. Immer weiter zog es uns in den Wald hinein und die Wege wurden schmaler.

Endlich sahen wir die ersten Auskünfte über die Bockhütte. Da wir sehr früh aufgebrochen waren, hatten wir Hunger und der Magen knurrte. In der Bockhütte angekommen, wartete die Wirtin schon mit einer Erbsensuppe auf uns. Auch Gaia kam nicht zu kurz und bekam eine Bockwurst nur für sich allein. Dies sollte sich auf unserer Tour noch als kleines Ritual herausstellen. Leider konnten wir uns nicht allzu lang dort aufhalten, es wurde bereits dämmerig und wir hatten noch vor zur Reintalangerhütte zu laufen.

Vorsicht Hüttenhund

Ab der Bockhütte öffnete sich das Reintal in all seiner Pracht. Es kam uns vor als wenn wir einen prachtvollen Hof entlang laufen würden. Schau mal nach da oben, meinte ich zu Michi, meiner 2. Begleitung neben Gaia. Dort sahen wir einen Wasserfall in großer Höhe, einfach atemberaubend. Gut 1 Stunde nach der Bockhütte stand sie nun da, die Reintalangerhütte. Ein schönes Gebäude mitten in der Landschaft.

Reintalangerhütte

Der Anblick ist schon gigantisch, es ist beeindruckend wie dieses Haus jeder Witterung trotzt

Frau Stemmer die Wirtin des Hauses begrüßte uns freudig, auch Gaia wurde begrüßt vom Hüttenhund. Zu unserer großen Verwunderung wurden wir darüber informiert, das wir sogar die Möglichkeit hatten zu duschen.

Für eine Hütte mitten in den Bergen ist dies eher was besonderes. Den Abend ließen wir 3 langsam ausklingen, in der Stube lernten wir neue Leute kennen, welche alle das gleiche Ziel verfolgten. Voller Bewunderung sprachen wir von unserem ersten Tag und jeder teilte seine Erlebnisse. Dies ist das schöne an einer Hütte in den Bergen, man verfolgt gleiche Interessen und freut sich auf gleichgesinnte zu treffen. Die Nacht war geprägt von Stille, Gaia viel in einen tiefen Schlaf, viele Leute waren erstaunt wie es ein kleiner Hund mit so kurzen Beinen diesen weiten Weg bis hierher schaffen kann. Der nächste Morgen, wir waren noch sehr verschlafen bis auf Gaia, Ihre Batterien waren voll aufgetankt und voller Tatendrang. Ein kleines Frühstück sollte auch uns so viel Power verschaffen um wenigstens bis zum Sonn Alpin vorzudringen.

Morgenstund hat Gold im Mund

Gaia war an diesem Morgen etwas schlauer, statt immer wieder aufzuschließen, sprintete sie voraus. So hatte sie genügend Zeit zum schnuppern und konnte sich ausruhen. Der Weg wurde beschwerlich, wir mussten mit unserer Kraft haushalten. Schließlich hatten wir noch 1700 Höhenmeter vor uns.

Der Aufstieg

Gaia lief immer voraus und wartete gemütlich auf uns

Der Abgrund war direkt neben uns, es war wichtig stets achtsam zu sein. Für Gaia war es spannend, zum einen der atemberaubende Ausblick, zum anderen die vielen Gerüche. 1,5 Stunden nach Aufbruch erreichten wir die Knorrhütte, diese befindet sich auf 2052 Meter und ist bewirtschaftet. So konnten wir uns erfrischen. Der Hüttenhund, ein stattlicher Deutscher Schäferhund, war zwar schön anzusehen, aber nicht allzu gut auf andere Artgenossen zu sprechen. So nahmen wir auf der Terrasse platz und wurden begrüßt von einem Rauhaardackel, welcher ebenfalls mit seinem Herrchen auf dem Weg zur Zugspitze war. Wir trafen hier auch auf Lena und Manuel, beide hatten ebenfalls die Nacht auf der Reintalangerhütte verbracht. Kurzerhand entschlossen wir uns zu viert weiterzulaufen.

Augen zu und durch

Der Aufstieg wurde steiler und Bäume waren nicht mehr zu sehen. Erste Schnellfelder säumten den Weg und wir wussten, das wir über die Hälfte bereits geschafft haben. Vorletzter Halt war das Sonn-Alpin, welches wir 1 Stunde nach Aufbruch von der Knorrhütte erreicht hatten.

Bergmassiv

Einst war hier ein Gletscher, dieser ist soweit zurück gegangen, das er nicht mehr wahrnehmbar ist

Hier wartete eine deftige Mahlzeit auf uns. Gaia bekam wie selbstverständlich Ihre Bockwurst. Zugegeben wir waren alle fertig, so haben wir gemeinsam überlegt, ob wir weiterlaufen wollen. Denn zu bedenken war, dass das letzte Stück das steilste ist und die 2. Hälfte über einen Klettersteig verläuft. Das Motto für das letzte Teilstück war, „Augen zu und durch“. Wir motivierten uns auf der Strecke gegenseitig, so schöpften wir immer wieder Kraft.

Der Klettersteig

Das  Stück war schwer zu laufen, aus diesem Grund entschied ich mich, Gaia mit Ihren kleinen Füßen immer wieder zu tragen. Das 2. Teilstück war schnell erreicht und wir standen vor dem Klettersteig.

Klettersteig zur Zugspitze

Der Weg war beschwerlich, die Aussicht dafür ergreifend

Bis dato bin ich Steige immer ohne Hund gelaufen und war froh das ich mich gut vorbereitet hatte. Gaia wurde schon zu Beginn unserer Tour mit einem Geschirr ausgerüstet, dies befestigte ich mit einem Seil an meinem Klettersteiggurt. Das Seil dabei aber immer so lang, das wir beide gut laufen können. Der Einstieg war nicht ganz einfach, wir bildeten den Schluss der Gruppe und Gaia lief voran, als wenn sie noch nie etwas anderes gemacht hatte.

Hin und wieder waren die Beine zu kurz für die großen Absätze, sonst ist sie alles allein gelaufen. Vom Son Alpin haben wir nochmals eine Stunde benötigt. Oben angekommen, staunten alle vorbei gehenden Leute, das Gaia auch mit von der Partie war.

Das Ziel

Münchener Haus

Stolz gemeinsam den Weg geschafft zu haben, saßen wir zusammen am Münchener Haus

Mit einem Bier ließen wir den Tag ausklingen, voller stolz die Strecke geschafft zu haben, genossen wir die Sonne. Die Tour ist jedem zu empfehlen, der eine gute Kondition besitzt und keine Höhenangst hat. Die Tour ist in jedem Fall Hundetauglich.

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